vitamin c und parodontitis

Eine dauerhaft ausreichende Zufuhr von Vitamin C (Ascorbinsäure) kann das Risiko entzündlicher Erkrankungen des Zahnfleisches – insbesondere der Parodontitis – deutlich reduzieren und deren Ausheilung sinnvoll unterstützen.

Parodontitis (umgangssprachlich häufig auch als „Parodontose“ bezeichnet) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates, also der Strukturen zwischen Zahnwurzel und Kieferknochen. Unbehandelt führt sie zu fortschreitendem Knochenabbau, Zahnlockerung und nicht selten zum Zahnverlust. In unserer klinischen Erfahrung zeigen Patienten, die neben der zahnärztlichen Therapie konsequent auf eine entzündungsarme Ernährung, gezielte Nahrungsergänzung und Rauchverzicht achten, stabilere und besser kontrollierbare Krankheitsverläufe.

Bei entzündlichen Prozessen im Körper entstehen vermehrt sogenannte freie Radikale. Dabei handelt es sich um hochreaktive, instabile Moleküle, denen ein Elektron fehlt. Um dieses Defizit auszugleichen, entreißen sie benachbarten stabilen Molekülen ein Elektron – ein extrem schneller Prozess. Sind davon Proteine oder die DNA betroffen, können Zellstrukturen nachhaltig und teilweise irreversibel geschädigt werden. Dieser Vorgang wird als Oxidation bezeichnet; die daraus resultierende Belastung als oxidativer Stress. Substanzen, die solche Reaktionen abfangen, werden als Antioxidantien bezeichnet.

Vitamin C wirkt als effektiver Radikalfänger. Es schützt Zellen vor oxidativem Stress, trägt zur Stabilisierung von Bindegewebe bei und spielt eine zentrale Rolle in der Immunantwort. Gerade bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie der Parodontitis ist dieser Effekt klinisch relevant.

Die über die normale Ernährung aufgenommene Vitamin-C-Menge ist nach unserer Erfahrung häufig nicht ausreichend, um bestehende Entzündungsprozesse wirksam zu beeinflussen. Der Vitamin-C-Gehalt von Lebensmitteln nimmt bereits kurz nach der Ernte deutlich ab und sinkt durch Lagerung und Transport weiter. Unter heutigen Versorgungsbedingungen kann nicht zuverlässig davon ausgegangen werden, dass handelsübliches „frisches“ Obst noch relevante Mengen an Vitamin C enthält. Diese Vorstellung halten wir für unrealistisch und medizinisch nicht belastbar.

Wir empfehlen daher eine dauerhaft ausreichende Vitamin-C-Zufuhr, da Vitamin C im Organismus kontinuierlich verbraucht wird und der Bedarf bei entzündlichen Prozessen deutlich ansteigt. In Phasen aktiver Entzündung oder im Rahmen einer Parodontaltherapie halten wir Tagesdosen von etwa 3000–5000 mg für sinnvoll; langfristig kann – abhängig von individueller Situation, Lebensstil und Belastung – eine niedrigere Erhaltungsdosis ausreichend sein.

Praktikabel und zuverlässig ist die Einnahme von reinem Vitamin C (Ascorbinsäure), in Wasser aufgelöst und über den Tag verteilt eingenommen. Ascorbinsäure ist frei erhältlich, gut verträglich, kostengünstig und in nahezu jeder Apotheke oder Drogerie verfügbar.