parodontitis – die schleichende gefahr für ihre zähne

Wer wünscht sich nicht schöne, feste Zähne, ein Leben lang?

Dieser Wunsch kann in Erfüllung gehen, wenn parodontale Probleme rechtzeitig erkannt, schonend behandelt und der Behandlungserfolg regelmäßig überprüft werden.

Unsere Zähne sind durch Millionen kleiner Fasern im Kieferknochen verankert. Diese sehnenartigen Fasern, die dazugehörigen Blutgefäße und Nerven nennt man Zahnhalteapparat oder Parodontium.

Parodontale Probleme werden durch sehr hartnäckige Bakterien ausgelöst, die in den verstecktesten Winkeln der Mundhöhle, den Zahnfleischtaschen zu chronischen Entzündungen führen. Diese dauernden Entzündungen verlaufen in den ersten Jahren meist für den Betroffenen fast unbemerkt ab.

Unerkannt und unbehandelt breiten sich die Bakterien in den Zahnfleischtaschen aus und zerstören dort Zahnhalteapparat, Knochen und Zahnfleisch.

Bei der typischen Erwachsenenparodontitis führt dieser Zerstörungsprozeß im Laufe der Jahre zu Zahnlockerung und Zahnverlust. Übrigens gehen bei Erwachsenen über 40 mehr Zähne durch Parodontitis als durch Karies verloren. 60% aller Erwachsenen über 40 leiden an dieser Krankheit, die meisten wissen es nicht.

Die bakterielle Entzündung in den Zahnfleischtaschen hat, wie wissenschaftliche Studien zeigen, entscheidenden Einfluß auf verschiedene schwere Allgemeinerkrankungen: z. B. ist das persönliche Risiko einen Herzinfarkt oder einen Hirnschlag zu erleiden bei bestehender Parodontitis bedeutend erhöht, ebenso steigt bei Schwangeren mit Parodontitis die Neigung eine Fehlgeburt oder eine Frühgeburt zu erleiden deutlich an.

Es ist also gefährlich, Zahnfleischprobleme, auch wenn sie häufig nicht schmerzen, auf die leichte Schulter zu nehmen.

Was können wir also gemeinsam tun, um den Traum von den schönen festen Zähnen auf Dauer zu verwirklichen?

Wir müssen die Ursachen, das heißt in allererster Linie, bestimmte schädliche Bakterien bekämpfen und gleichzeitig die körpereigene Abwehr stärken. Unser Ziel muss sein, die Oberflächen der Zahnwurzeln und die Zahnfleischtaschen von diesen Bakterien und Belägen zu befreien, damit das Immunsystem bessere Chancen erhält.

Nach erfolgter Reinigung (auch bei der Professionellen Zahnreinigung) ist der Biofilm auf den Flächen der Mundhöhle zerstört. Es beginnt jedoch sofort eine Neubesiedelung mit Keimen, da diese versuchen, ihren „Platz“ wieder zu erobern. Andererseits sind nicht alle Bakterien schädlich. Wenn wir also durch Zuführung von Probiotika den „guten“ Baketerien einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den „bösen“ zu verschaffen, wird der sich neu aufbauende Biofilm anschließend wei weniger gefährlich sein.

Eine „Zahnfleischbehandlung“ ist kein einmaliges Ereignis, sie ist genau so gut wie die anschließende Nachsorge. Sie hat so gut wie keinen Sinn, wenn anschließend nicht systematisch und regelmäßig ein Leben lang Prophylaxe betrieben und ein gesundheitsfördernder Lebensstil gepflegt wird.

Im Rahmen regelmäßiger Kontrollen und Recallbehandlung in der Praxis muß eine erneute Entzündung durch Wiederaufflammen der Keime verhindert werden. Eine gute persönliche Mundhygiene alleine kann die fortschreitende Parodontitis nicht aufhalten.

Mindestens eben so wichtig ist eine „artgerechte“ Ernährung und eine damit verbundene Stärkung des Immunsystems. Nahrungskarenz und möglichst kohlenhydratarme Ernährung sind schon mal ein erster, wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Ein gesundes Parodont ist das Fundament für schöne feste Zähne ein Leben lang. Nicht zuletzt braucht auch jede langlebige Versorgung mit Füllungen oder Zahnersatz ein stabiles Fundament.